Pflege 4.0: Wie Digitalisierung die Qualität der Pflege steigert

Pflege 4.0: Wie Digitalisierung die Qualität der Pflege steigert
Pflege 4.0: Wie Digitalisierung die Qualität der Pflege steigert

Pflege 4.0 – Auf einen Blick

  • Definition: Pflege 4.0 beschreibt den Einsatz digitaler Technologien in der Pflege, um Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten und die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen zu verbessern.
  • Ziele der Digitalisierung: Durch digitale Lösungen wie die elektronische Pflegedokumentation oder die Telemedizin sollen Pflegende entlastet und die Qualität der Pflege gesteigert werden.
  • Wichtige digitale Anwendungen: Es gibt verschiedene digitale Lösungen, unter anderem die elektronische Patientenakte (ePA), der elektronische Medikationsplan (eMP) oder digitale Pflegeanwendungen (DiPA).
  • Zukunft der Pflege: Bis 2025 sollen alle Pflegeeinrichtungen an die Telematikinfrastruktur (TI) angebunden sein, um den sicheren Austausch von Daten zu ermöglichen.

Was bedeutet Pflege 4.0?

Pflege 4.0 beschreibt die digitale Transformation der Pflegebranche und taucht in den Medien immer häufiger auf. Eine einheitliche Definition gibt es jedoch nicht. Der Begriff steht für die Integration moderner Technik, die Arbeitsprozesse effizienter gestaltet, Pflegende entlastet und die Versorgungsqualität verbessert.

Die digitale Pflegewelt basiert auf drei Kernelementen:

  • Strukturierte Prozesse: Digitalisierung sorgt für klare Abläufe und eine bessere Organisation und Vernetzung aller Beteiligten.
  • Moderne Technologien: Von digitalen Pflegeanwendungen (DiPA) bis hin zu Robotik und KI-gestützten Systemen.
  • Technologie-Kompetenzen: Pflegende müssen den Umgang mit digitalen Produkten sicher beherrschen.

Die Notwendigkeit für digitale Innovationen ist groß: Die Bertelsmann-Stiftung prognostiziert bis 2030 einen Anstieg der Pflegebedürftigen um 50 %, während gleichzeitig 500.000 Pflegekräfte fehlen könnten. Vernetzte Systeme, automatisierte Abläufe und digitale Assistenzlösungen können dazu beitragen, diesen Herausforderungen zu begegnen.

Mit Pflege 4.0 zu einer sicheren Zukunft für den Pflegebereich

Die Digitalisierung bietet dem Bereich der Pflege in der Arbeitswelt enorme Chancen. Durch die gezielte Integration von Technologien, wie Smartphones oder Tablets, kann Pflegepersonal entlastet, Arbeitsprozesse optimiert und die Versorgungsqualität nachhaltig verbessert werden.

Potenziale moderner Pflegetechnologien im Überblick:

  • Effizienzsteigerung: Digitale Dokumentation reduziert den bürokratischen Aufwand und schafft mehr Zeit für die eigentliche Pflege.
  • Entlastung des Fachpersonals: Automatisierte Abläufe und smarte Assistenzsysteme unterstützen bei körperlich belastenden Tätigkeiten und können Arbeitsausfälle minimieren.
  • Bessere Versorgung in ländlichen Regionen: Telemedizin und digitale Pflegeanwendungen (DiPA) ermöglichen einen schnellen und ortsunabhängigen Zugang zu professioneller Unterstützung.
  • Mehr Selbstbestimmung für Pflegebedürftige: Technische Assistenzsysteme fördern die Selbstständigkeit und ermöglichen ein längeres Leben im eigenen Zuhause.

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass digitale Innovationen nicht nur die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern, sondern auch zu mehr Arbeitszufriedenheit führen. Intelligente Dokumentations- und Planungssysteme erleichtern die Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften, Angehörigen und Ärzten.

Pflege 4.0 bietet somit einen Ansatz, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und die steigenden Versorgungsbedarfe zu entlasten.

Verschiedene digitale Lösungen im Rahmen der Digitalisierung in der Pflege

Die Digitalisierung verändert die Pflegebranche grundlegend. Zahlreiche digitale Anwendungen helfen dabei, den Pflegealltag effizienter zu gestalten und die Kommunikation zwischen Fachkräften zu verbessern. Moderne TI-Lösungen erleichtern insbesondere die Dokumentation, Medikamentenverwaltung und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Alltag.

Im Folgenden haben wir Ihnen einen Überblick über wichtige digitale Instrumente für die alltägliche Pflegepraxis zusammengestellt:

Digitale Pflegeanwendungen (DiPA)

Digitale Pflegeanwendungen (DiPA) sind speziell für Pflegebedürftige entwickelte Apps oder Programme, die alltagsunterstützende Funktionen bieten. Sie fördern die Mobilität, Kognition oder soziale Teilhabe und werden als erstattungsfähige Leistung in die Versorgung integriert.

Elektronische Patientenakte (ePA)

Die elektronische Patientenakte (ePA) sammelt relevante Gesundheitsdaten eines Patienten an einem zentralen Ort. So können Pflegende, Ärzte und Ärztinnen sowie andere Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich jederzeit auf Daten wie Diagnosen, Medikationen oder Vorerkrankungen zugreifen.

Ab Juli 2025 müssen Pflegeeinrichtungen an die Telematikinfrastruktur angebunden sein, um eine lückenlose Dokumentation sicherzustellen.

Elektronischer Medikationsplan (eMP)

Mit dem elektronischen Medikationsplan (eMP) haben Pflegekräfte stets einen aktuellen Überblick über die verordneten Medikamente eines Patienten. Wechselwirkungen lassen sich einfacher erkennen, das Risiko von Fehlmedikationen wird reduziert und Anpassungen können schnell vorgenommen werden.

Elektronische Pflegedokumentation

Statt handschriftlicher Aufzeichnungen ermöglicht die elektronische Pflegedokumentation eine digitale Erfassung, Auswertung und Speicherung aller pflegerischen Maßnahmen. Pflegekräfte profitieren von einer übersichtlichen Struktur, weniger Bürokratie und einer besseren Vernetzung mit anderen Gesundheitsakteuren.

Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)

Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) dient der sicheren Authentifizierung im digitalen Gesundheitswesen. Pflegefachkräfte können damit auf geschützte Patientendaten zugreifen, digital unterschreiben und sich in vernetzten Systemen eindeutig identifizieren.

Elektronischer Praxisausweis (SMC-B)

Der elektronische Praxisausweis (SMC-B) ermöglicht Pflegeeinrichtungen eine sichere Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI). Dadurch können sie auf zentrale Anwendungen wie die ePA oder das KIM-System zugreifen und sensible Gesundheitsdaten geschützt übertragen.

Häufige Fragen und Antworten

Was ändert sich in der Pflege 2025?

Bis zum 1. Juli 2025 müssen alle ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen an die Telematikinfrastruktur (TI) angebunden sein. Dadurch erhalten sie Zugang zur elektronischen Patientenakte (ePA) und weiteren digitalen Anwendungen.

Was versteht man unter Digitalisierung in der Pflege?

Digitalisierung in der Pflege bedeutet den Einsatz digitaler Technologien zur Optimierung von Abläufen und zur besseren Versorgung von Pflegebedürftigen. Dazu gehören elektronische Dokumentation, Telemedizin, digitale Pflegeanwendungen (DiPA) und vernetzte Assistenzsysteme. Ziel ist es, Pflegekräfte zu entlasten und die Qualität der Versorgung zu verbessern.